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Trauer um Landeshauptmann a.D. Siegfried Ludwig

<ppp00014>Trauer um Landeshauptmann a.D. Siegfried Ludwig

Am 16. April 2013 verstarb Alt-Landeshauptmann Mag. Siegfried Ludwig im 88. Lebensjahr. Siegfried Ludwig wird zu den Pionieren der heutigen Struktur unseres Bundeslandes. Er war immer ein Vordenker und Vorbild, im politischen wie auch im privaten Leben.

So war der 10. Juli 1986 in der bewegten Geschichte Niederösterreichs sicherlich einer der markantesten Tage in den letzten Jahren. Der NÖ Landtag fasste den einstimmigen Beschluss, Sankt Pölten zur Landeshauptstadt zu erheben. Der damalige Landeshauptmann Siegfried Ludwig hatte in einer lange andauernden Kampagne diese Änderung der Landesverfassung intensiv vertreten. In einer Volksbefragung in Niederösterreich wurde dann im März 1986 die mehrheitliche Zustimmung für St. Pölten als Landeshauptstadt besiegelt.

Damit hatte eine 65-jährige hauptstadtlose Zeit für Niederösterreich ein Ende gefunden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das „Erzherzogtum Österreich unter der Enns“, das territorial Wien und Niederösterreich umfasste, getrennt und auf zwei neue Bundesländer aufgeteilt. Was bedeutete, dass Niederösterreich seine damalige Hauptstadt Wien verlor und zunächst keine neue Hauptstadt erhielt. Viele Anläufe blieben ergebnislos, bis Siegfried Ludwig die entscheidende Initiative setzte. Bezüglich der Entscheidung zur Landeshauptstadt betonte er stets, dass er bei einem „Nein“ zurückgetreten wäre. „Denn alles andere ist nicht möglich in der Politik, wenn man Ziele anpeilt, dann sie sie auch zu verfolgen und durchzuziehen“.

Siegfried Ludwig wurde am 14. Februar 1926 als Sohn eines Landwirteehepaares in Wostitz bei Znaim (Tschechien) geboren. Er besuchte die Volksschule in seiner Heimatgemeinde und das Gymnasium in Znaim. Nach der Rückkehr aus russischer Gefangenschaft war Ludwig in der ÖMV und der Kammer der gewerblichen Wirtschaft tätig. Außerdem studierte er an der Universität Wien Rechtswissenschaften. Mit 28 Jahren begann Ludwig seine Tätigkeit im NÖ Landesdienst und im ÖAAB. Am 25. Oktober 1964 zog er in den Landtag ein, wurde 1968 Finanz-Landesrat und 1969 auch Landeshauptmann-Stellvertreter. Von Jänner 1981 bis Oktober 1992 war er Landeshauptmann.

Durch seine Tätigkeit als Bürgermeister von Perchtoldsdorf in den Jahren 1975 bis 1981 war Siegfried Ludwig ein Verfechter des „Gemeinsamen“. Er hat nicht mit Konfrontation, sondern mit Kommunikation vieles für Niederösterreich und seine Bürger erreicht. Durch seine Kenntnis der Strukturen von Land und Gemeinde fanden Gemeindevertreter bei Ludwig immer ein offenes Ohr. Demgemäß erlebte die Partnerschaft Land – Gemeinden unter ihm eine besondere Stärkung.

„Für die Laxenburger Volkspartei spreche ich im Namen unserer Heimatgemeinde der Frau und der Familie von Landeshauptmann a.D. Siegfried Ludwig unser tief empfundenes Beileid aus“, so Bürgermeister Ing. Robert Dienst zum Ableben dieses „großen Niederösterreichers“.


Laxenburg, 16. April 2013